Genfer «Jet d'eau» leuchtet blutrot

Redaction

Ats, 16 Juillet 2007


Erinnerung an Tragödie in Darfur

Genfs Wahrzeichen «Jet d'eau» soll am Dienstag während einiger Stunden blutrot leuchten. Die Stadt Genf will mit dem roten Springbrunnen im See an das Schicksal der Menschen in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur erinnern.
(sda) Genfs Wahrzeichen «Jet d'eau» soll am Dienstag während einiger Stunden blutrot leuchten. Die Stadt Genf will mit dem roten Springbrunnen im See an das Schicksal der Menschen in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur erinnern.
«Die Beleuchtung dieses wichtigen Wahrzeichens der Hauptstadt der Menschenrechte ist eine deutliche Geste», sagte Stadtpräsident Patrice Mugny am Montag. «Wir müssen das Schweigen brechen, das die Tragödie in Darfur umgibt.» Angeregt worden war die Aktion in Genf von den Nichtregierungsorganisationen Schweizerische Gesellschaft gegen Straflosigkeit (TRIAL) und «Sauver le Darfour».

TRIAL wandte sich überdies mit einem Memorandum an den UNO-Menschenrechtsrat. Das Gremium solle Sudan auffordern, mit dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) zusammenzuarbeiten. Der Strafgerichtshof in Den Haag habe wohl zwei Haftbefehle gegen mutmassliche Kriminelle in Darfur ausgestellt, erklärte TRIAL-Präsident Philip Grant: «Aber einer von ihnen, Ahmad Mohamed Harun, ist Sudans Minister für humanitäre Angelegenheiten.»

Gemäss internationalen Schätzungen sind in den vergangenen vier Jahren durch die Konflikte in Darfur etwa 200000 Menschen getötet worden, gut zwei Millionen wurden vertrieben. In der Region kämpfen von der Regierung unterstützte Reitermilizen gegen Rebellen.