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Annan: "Darfur-Horror" beenden

Derstandart.com , 05 Janvier 2004

Mit dem Auslaufen seiner Amtszeit versuchte der UN-Generalsekretär noch einmal, die Regierung in Khartum dazu zu bewegen, Blauhelme nach Darfur zu lassen
New York/Khartum/N'Djamena - Der scheidende UNO-Generalsekretär Kofi Annan hat Ende Dezember einen letzten Versuch unternommen, die sudanesische Regierung von der Notwendigkeit einer stärkeren Friedenstruppe für die Krisenprovinz Darfur zu überzeugen und den "Horror" dort zu beenden. Annan informierte den Sicherheitsrat, dass er den Schweden Jan Eliasson als Sondergesandten in den Sudan geschickt hat. Dieser soll dort in der Übergangsphase tätig werden, bis Annans Nachfolger Ban Ki Moon am 1. Jänner sein Amt übernimmt.

Außerdem sandte Annan seinen Berater Ahmedou Ould Abdallah in die sudanesische Hauptstadt Khartum. Er soll sich dafür stark machen, die bereits im Sudan stationierte Friedenstruppe der Afrikanischen Union (AU) mit Kapazitäten der UNO aufzurüsten. Die sudanesische Regierung lehnt den Einsatz einer UN-Truppe in Darfur ab.

Der Konflikt zwischen Regierungstruppen und meist nicht arabischen Rebellen dauert seit Anfang 2003 an. Die Regierung mobilisierte Reitermilizen, die den Konflikt beenden sollten. Diese begingen in Darfur unzählige Gräueltaten. Schätzungsweise 200.000 Menschen wurden getötet und Millionen vertrieben. Der AU zufolge verschlechterte sich die Lage in der Region zuletzt dramatisch.

Erst am Montag hatten 15 Exaußenminister - darunter Joschka Fischer und Madeleine Albright - Sanktionen gegen die sudanesische Regierung gefordert. Wenn der sudanesische Präsident Omar al-Bashir weiterhin den geplanten internationalen Friedenseinsatz in der Krisenregion verhindere, dann sollte er dafür "einen hohen Preis zahlen". Die Diplomaten plädieren unter anderem für Reisebeschränkungen und das Sperren von Bankkonten von sudanesischen Politikern und Milizenführern.

Indes kamen bei Angriffen sudanesischer Milizen im Osten des Tschad fast 40 Menschen ums Leben. Die reitenden Janjaweed-Milizen hätten zwei Dörfer überfallen, die Hütten der Bewohner abgebrannt und ihre Opfer verstümmelt, teilte die Regierung in N'Djamena am Dienstag mit. Die Angriffe vom Wochenende seien von Sicherheitskräften des Tschad zurückgeschlagen worden.

Augen ausgestochen

Einigen Opfern seien die Augen ausgestochen worden, sagte der Informationsminister Hourmadji Moussa Doumgor weiter. Ein Zivilist sei bei lebendigem Leibe verbrannt, ein weiterer aufgeschlitzt worden.

Die Dörfer liegen in der Nähe von Koukou Angarana, wo das UN-Flüchtlingshilfswerk ein Lager für Flüchtlinge aus Darfur betreibt. In den vergangenen Monaten hat eine Welle von Gewalt die an Darfur grenzenden Gebiete des Tschad erfasst. Neben den Angriffen der Janjaweed kommt es zu Zusammenstößen zwischen arabischen und nicht arabischen Stämmen sowie Aktionen von tschadischen Rebellen gegen Präsident Idriss Deby. (AFP, Reuters, red/DER STANDARD, Printausgabe, 20.12.2006)